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Posts Tagged ‘Gedicht für die Adventszeit’

Weihnachtsgedicht

Der leichte Sack
© Patricia Koelle

Der Weihnachtsmann bat auf dem Dach
„Mein Engel, halt mal kurz den Sack
diese Stiefel machen zuviel Krach!“
„Ich weiß ja nicht ob ich das pack“
so zweifelte der Engel sehr
(er reichte dem Chef bis zum Nabel.)
„Dein Sack der ist doch furchtbar schwer
und meine Kräfte kaum passabel!“

„Ach was, da hast du kaum zu tun!“
schmunzelte der Weihnachtsmann
„Weit verbreitet ist der Irrtum,
nimm nur, trau dich ran!“
„Oh“, rief Engelchen erstaunt
„der Inhalt scheint mir knapp bemessen.
Was bist du denn so gut gelaunt?
Du hast die Geschenke vergessen!“

„Nein, mein Lieber, der Sack ist voll
mit zahllosen kostbaren Dingen.“
„Und die wiegen nichts? Das ist ja toll!“
„Ja, und doch muss man damit ringen:
sie zu tragen ist nicht schwer
darum scheint unsere Last so leer
sie anzuwenden aber sehr!
Nun gib ihn lieber wieder her.“

„Sind denn zerbrechlich diese Sachen?“
„Oh ja, man muss behutsam sein
kann sehr leicht kaputt sie machen
und sie sind auch gar nicht klein.“
„Ach bitte, sag doch, was ist drin
ich platze ja vor Neugier bald
halt deinen Helfer nicht so hin
meine Füße sind schon kalt!“

„Da ist zum Beispiel Herzlichkeit
und schlicht die Freude auch am Leben
die Liebe ist davon nicht weit
und Fröhlichkeit auch abzugeben
ein wenig Weisheit wird nicht schaden
ein bisschen Sonne auf dem Schnee
an Wärme kann man auch sich laben
Für uns ist drin ’ne Kanne Tee.“

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Adventsgedicht

Advent, Advent
© Gisela Segieth

Bei mir für jeden im Advent
tief im Herz ein Kerzlein brennt.

Dies verströmet Licht und Freud
nicht allein im Hier und Heut.

Ich zünd dir ein Kerzlein an
hoffe sehr, du freust dich dran.

Wenn es bringet dir das Licht
und von Freude zu dir spricht.

Trag auch du dein Lichtlein weiter
hin bis zu der Himmelsleiter.

Wo es leuchtet dir voran
so hell es nur leuchten kann.

Mög dir’s Lichtlein nie verglühn
sondern immer Licht versprühn

Denn dann bist du allezeit
für die Weihnacht auch bereit.

***


Zwei Weihnachtsgedichte von Gisela Segieth wurden veröffentlicht in dem Buch


Weihnachtsgedichte


Weihnachtsgedichte
Hrsg. Claudia Sperlich
Illustrationen Katja Spannuth
2009
ISBN 978-3-939937-10-4

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Weihnachtsgedicht

Weihnachtsbegegnung
© Patricia Koelle

Hinten im verträumten Raum
unter hoch gewölbter Decke
in verschwiegen dunkler Ecke
hing sie wie Triumph im Baum
im aufrecht grünen Wipfel
zwischen Nadelzweigen dicht
hell gefüllt mit Morgenlicht
an einem roten Zipfel:

eine Kugel aus zartem Glase
drehte sich leicht in der Stille
als sei es ihr eigener Wille.
Klar wie eine Seifenblase
schien sie ein Spiegel mir
auf ihrer Oberfläche schwebte
mein Gesicht und wo ich lebte
das munterbunte Zimmer hier.

Die Winterwelt vorm Fenster auch
der Himmel silbern wie das Meer
die Wiese, niemals blumenleer
fingen sich im Kugelbauch
nur umgekehrt als wollt sie sagen
ich sollt mich innerlich nun regen
es gäbe soviel zu bewegen
ich könnte bald was Neues wagen.

Weit, meinte sie, sei doch das Leben
und wie sie selbst so voller Glanz
aus Bildern, einzufangen ganz,
und hoch, und hätte viel zu geben.
Es war als sprach der Baum die Worte:
„So wie ich heut die Kugeln trage
gestalte du dir deine Tage
rund wie die Früchte schöner Orte

gereift durch wohl genutzte Zeit
Tiefen, bewältigt Stück für Stück
schimmernd durch erkanntes Glück
Ernte wie für Ewigkeit.
Wenn ich heute daran denk
was mir seit jenem Tag gelang
durch so erweckten Tatendrang
war die Kugel ein Geschenk.

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